Immer wieder hört man, dass Selbstständige ein aufwendiges Mahnwesen betreiben müssen, da immer mit den Zahlungen in Verzug geraten.
Doch aus der Erfahrung heraus kann ich sagen, dass die meisten Auftraggeber Zahlungswillig sind und nicht einmal den vorgegebenen Zahlungsrahmen ausnutzen.
Schnelle Begleichung der Rechnungen gehört gerade bei zufriedenen Kunden zum guten Ton, denn schließlich möchten diese ja weiter als Kunden willkommen sein. Doch was kann man selbst dafür tun, dass
es zu möglichst wenig Zahlungsausfällen kommt?
Die Frage stellte ich mir bereits vor einiger Zeit, da eine Kundin von mir dazu neigte immer später zu zahlen. Sicherlich hat sie selbst auch Probleme mit den Zahlungseingängen ihrer Kunden. Zwar
wurde am Ende auf Nachfrage immer wieder freiwillig bezahlt, doch da es sich meist um Terminaufträge mit sehr engem Rahmen handelte und diese entsprechend immer wieder Nachtschichten erforderten,
war meine Geduld irgendwann am Ende. Für mich war das große Problem die Unehrlichkeit, denn man hätte nur klar stellen müssen, dass sich der Turnus verschiebt, da die eigenen Kunden längere
Zahlungsziele beanspruchen. An Stelle der Ehrlichkeit kammen jeden Monat neu Ausreden die oft sehr weit hergeholt waren.
Diese Kundin war die einzige Kundin mit der ich jemals Probleme hatte, alle anderen zahlten immer sofort und ohne Nachfragen. Dies liegt sicher daran, dass ich mir die Freiheit nehme Projekte auch
nicht zu bearbeiten. Dies tue ich immer dann, wenn ich ein ungutes Gefühl habe. Nein, es sind nicht die kleinen Auftraggeber die Probleme machen, oft sind es gerade die Auftraggeber die nach außen
als sehr groß auftreten.
Wer Großaufträge annimmt sollte deshalb immer klar Teilzahlungen vereinbaren. Denn so ist man vor größeren Zahlungsausfällen geschützt. Wenn Auftraggeber nicht bereit sind Teilzahlungen für bereits
fertige Arbeitsabschnitte zu leisten, dann sind sie meist auch nicht bereit die Gesamtrechnung zügig zu überweisen.
Aufwendiges Mahnwesen gibt es bei mir nicht, denn dies kostet nur Zeit und Nerven. Meist ist es mit bestimmtem Ton getan und dies ist nur in den seltensten Fällen nötig. Aus dem Kollegenkreis hört
man oft andere Erfahrungsberichte. Doch wen man genauer schaut fehlt hier einfach der Mut Projekte abzulehnen. Aufträge die mit einem flauen Gefühl im Magen angenommen werden, bringen am Ende nur
Ärger und doch scheinen sich viele Freiberufliche in der Zwangslage jeden Auftrag ausführen zu wollen.
Sicher fehlt bei vielen Erfahrung und die Angst den Deal des Lebens zu verpassen, doch vollmundige Versprechungen und Tonnen von Arbeit ersetzen nicht die pünktliche Zahlung.
von Tanja Tasci
veröffentlicht in:
Auftragssuche
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